kfd-Fotoalbum | Diözesanwallfahrt Balve 2011
- Da berühren sich Himmel und Erde ….
Nacheinander betreten 1500 Frauen durch den schmalen Zugang die Balver Höhle. Empfangen werden sie von den besinnlichen Klängen eines Marimbaphons.
An ihren Plätzen erwarten sie den Beginn des Gottesdienstes, in Ruhe, ergriffen von der Atmosphäre in der nur spärlich, aber in warmen Farben ausgeleuchteten Höhle, geborgen und doch ausgesetzt der gewaltigen Felsenarchitektur.
Begonnen hatte die diesjährige Diözesanwallfahrt der kfd für alle Teilnehmerinnen am frühen Nachmittag an einem von 30 „Orten im Alltag“ rund um Balve und Menden. Von der Bäckerei über das Kino bis zum Modehaus, von der Geburtsstation bis zum Bestatter, von Bahnhof bis zum Kreuzweg reichte die Liste der Orte. Dort fanden sie wieder, was auch ihr Leben prägt: Freude, Dank, Leid, Geburt und Tod, Nahrung, Arbeit, Behinderung, Glaube, Kunst ….
Und sie konnten durch die Berichte der Gastgeberinnen, im Beten und Singen erfahren, dass gerade dort Gott zu spüren ist.
Zu Fuß oder je nach Entfernung mit dem Bus zogen die Frauen dann zur Balver Höhle. Begrüßt wurde sie vor der Balver Höhle von Frauen der kfd Balve: mit einer essbaren Pilgermuschel, einem Sitzkissen und dem Pilgerheft, das sie auf den Gottesdienst einstimmte.
Der Gottesdienst führte alle 1500 Teilnehmerinnen, die aus dem gesamten Diözesanverband in 48 Gruppen in die Region Ruhr Mark geströmt waren, zusammen.
Die Geschichte des Propheten Elija, der sich frustriert in eine Höhle zurückzog, und das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus aus der Grabeshöhle heraus waren die zentralen Texte der Messe.
Dass Gott - wie in der Elija-Geschichte erzählt – nicht wie ein gewaltiger Sturm, wie Erdbeben oder Feuer wahrgenommen wird, sondern in sanftem, leisen Säuseln, untermalte die Musikgruppe „Plan B“ mit eindrucksvollen Gongschlägen, die die Höhle klanglich füllten.
Im Predigtgespräch spannten die Geistliche Begleiterin Christa Mertens und Diözesanpräses Roland Schmitz den Bogen in den Alltag der Teilnehmerinnen hinein: Wir brauchen manchmal eine Höhle, um uns zurückziehen zu können aus den frustrierenden Belastungen des Alltags. Und wir können uns dann wieder von Gott herausrufen lassen, wie Elija und wie Lazarus, und gestärkt neu ins Leben starten.
Ein aktuelles Erlebnis teilte Diözesanvorsitzende Marlis Meermeier als Beispiel mit: Sie erzählte von ihrer Teilnahme am Dialogprozess der Deutschen Bischofskonferenz in Mannheim. Nach den Gesprächen in Mannheim, die von gegenseitiger Wertschätzung und vom ernsthaftem Willen aufeinander zu hören geprägt waren, habe sie nun Hoffnung, dass sich in der Kirche etwas ändere.
Beeindruckt, berührt und bestärkt durch den Gottesdienst machten sich die Frauen aus der Höhle heraus wieder auf den Heimweg, zurück in ihren Alltag, wo immer dort, wo sich sie einfinden und einsetzen, spürbar wird für sie selbst und für ihre Mitmenschen: da berühren sich Himmel und Erde.
